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| smoking-joe |
| quote: | DJ Dag im INTERVIEW
Der Frankfurter DJ Dag gehört zu den Pionieren der Trancemusik. Sein Projekt „Dance 2 Trance“, das er damals mit Jam El Mar produzierte, war eines der ersten Projekte, das sich mit der frühen Trancemusik beschäftigte. Einer der ersten Releases war „We came in peace“, das man schon als wirklichen Klassiker bezeichnen kann. Als Dag, Fenslau oder Spoon es damals im Dorian Gray spielten, kam bei jedem richtiges Gänsehautfeeling auf...
Der große Durchbruch kam aber erst in 1993 mit dem Track „Power of American Natives“, das sowohl die Top 10 in Deutschland erreichte als auch die Charts in sämtlichen anderen europäischen Ländern.
Das erste Album „Moonspirits“ war schon damals seiner Zeit voraus. Mit Tracks wie „Where is Dag“, „Hello San Francisco“, „Remember Exxon Valdez“ oder „Trancephobia“, die allesamt heute Tranceklassiker sind.
1996 trennten sich die Wege von Dag und Jam El Mar und er fing ein neues Projekt mit dem Berliner Non Eric an, die sich gemeinsam „Crazy Malamute“ nannten.
Dabei hat Dag seinen Sound auch weiter entwickelt mit mehr melodischen Tranceklängen. „Crazy Malamute“ konnte mit Tracks wie „Free to ride“ oder „Braveheart“ Hits verbuchen. Nicht nur als Produzent, sondern auch als DJ ist er in der ganzen Welt geschätzt und ein gern gesehener Gast. Seine melodischen Trancesets bleiben unvergesslich sowie seine legendäre Morgenschicht, die er Anfang der 90er Jahre im Dorian Gray ablieferte. Im legendären Omen hat er auch 4 Jahre aufgelegt, bis er sich 1997 entschied, nach San Francisco auszuwandern. Irgendwann bekam er Heimweh und kehrte 1 Jahr später wieder nach Deutschland zurück. Für die DJ Dag Fans in Deutschland ein Grund zu feiern. Jetzt lebt Dag zwar wieder in Ibiza, ist aber regelmäßig in Deutschland live zu sehen.
tranceUNITED:
Hi Dag, danke für deine Zeit!!
Was machst du im Moment? Wohnst du die ganze Zeit in Ibiza oder auch im Rhein-Main-Gebiet?
Dag:
Im Moment sitze ich hier in Ibiza und schreibe ein Interview.
Das wechselt, es kommt darauf an, wie die Jobs in Deutschland aussehen, ob ich wann/wo auflegen muss. Oder im Studio bin. Die freie Zeit verbringe ich mit meiner Tochter auf Ibiza.
tranceUNITED:
Wo bist du aufgewachsen? Wie war deine Kindheit? Wann hast du mit der Musik angefangen?
Dag:
Aufgewachsen bin ich in Mörfelden, 15 km von Frankfurt. Hier hatte ich eine wunderschöne Kindheit. Das war in den 60'ern, wo ich auch angefangen habe, Musik zu hören. Mit 9 oder 10 habe ich mir meine ersten Platten selbst gekauft. Mein erstes Album war der Soundtrack von Easy Rider!
tranceUNITED:
Waren das Deine frühen musikalischen Einflüsse?
Dag:
Meine erste Single war Jingo von Santana. Mit 10 Jahren war ich in dem Film "Woodstock", wo mich der Auftritt von Santana (Soul Sacrifice) total geflasht hat. Noch heute ein Meilenstein in Trance Musik.
tranceUNITED:
Wie kamst du dazu, DJ/Produzent zu werden?
Dag:
1976 kam ich das erste Mal nach Frankfurt in eine Discothek. Das hat mich so fasziniert, dass ich von da an jedes Wochenende in einen Club gegangen bin. Wenn man als Gast in Clubs geht, den DJs zusieht und Dance-Platten kauft, ist der Weg zu zwei Turntables nicht mehr weit. Erst habe ich Tapes für mich und Freunde gemacht und dann auch verkauft.
1985 habe ich dann an einem Montag in der Music Hall in Frankfurt angefangen. Wenn man DJ ist und Musik auflegt, ist der Weg zum Produzenten auch nicht mehr weit. 1989 kam meine erste Platte: "Hanta Yo – The Joker heraus".
tranceUNITED:
Wie hast du damals den Job als DJ im Dorian Gray bekommen?
Dag:
1988 habe ich, da ich zu der Zeit keinen Job als DJ hatte, im Dorian Gray als Light Jockey angefangen. Somit hatte ich schon ein Bein drinnen, als der Platz des DJs frei wurde. Der große Club im Dorian Gray war schon von Anbeginn (1978) mein Traum Club. Mein größter Traum als DJ war, dort als Resident zu arbeiten. Da der Sound, den ich gespielt habe, genau der Sound war, der dort hingehörte, fiel die Wahl auf mich. Ich kenne auch bis heute niemanden, der das Dorian Gray so geliebt hat wie ich.
tranceUNITED:
Dance 2 Trance gilt als eines der ersten Projekte, die Trancemusik machten. Wie seid ihr darauf gekommen so einen Trancestil zu machen?
Dag:
Ich weiß nicht, ich bin schon immer auf trancige Sachen, z.B. Pink Floyd, Santana, Doors oder Rush abgefahren. Ich habe dann mit Dance2Trance dem Kind seinen Namen gegeben. Trance als Musikrichtung ist bis dahin noch nicht in der Musikgeschichte aufgetaucht. Mir war auch von Anfang an bewusst, dass Trance ein Bewusstseinszustand ist und wie man den erreicht.
tranceUNITED:
Wie hast du Jam El Mar kennen gelernt und wie war die Zusammenarbeit mit ihm? Wie war die Arbeit im Studio aufgeteilt?
Dag:
Jam el Mar habe ich durch Heinz Roth von Eye Q / Hardhouse kennen gelernt, der uns für ein Dance Musical (was nie released wurde) zusammen brachte. "We came in peace" war unsere erste eigene Produktion. Auch ein Meilenstein in Trance Music.
tranceUNITED:
Was ist dein Lieblings-Dance-2-Trance-Track?
Dag:
Alle Dance2Trance Titel, die Du im Vorbericht aufgezählt hast, sind eigentlich so meine Favorits. Aber ich liebe sie bis auf die letzte "I have a dream" alle. Weil sie auch alle ihre eigene Geschichte haben. z.B. Atlantis. Das Stück habe ich gemacht, nachdem ich an diesem Ort in Ibiza war.
tranceUNITED:
Wenn du die Entwicklung der Trancemusik Anfang der 90er mit jetzt vergleichst, auf welchen Schluss kommst du? Wie hat sich die Musik weiterentwickelt?
Dag:
Es ist ganz klar, dass Anfang der 90'er alles noch neu war. Somit war auch die Euphorie dementsprechend groß. Dass das heute nicht mehr so ist, ist logisch. Im Trancebereich – nicht das, was auf Viva läuft – hat sich die Musik weiterentwickelt, ist anspruchsvoller und musikalischer geworden. Was man heute "Schranz" und "Techno" nennt, ist für mich eine Rückentwicklung. Das haben wir alles Anfang der 90'er schon mal gehabt. Aber für die Kids heute ist das neu.
tranceUNITED:
Würdest du Frankfurt immer noch als die wichtigste Metropole für Techno bezeichnen?
Dag:
Redest Du von dem Techno, das heute als Techno bezeichnet wird, oder von dem Techno, wie alles angefangen hat? Ich bezeichne die ganze Bewegung als Techno/House.
tranceUNITED:
Frankfurt war ja in den 90ern wirklich eine Technometropole aber jetzt scheint es fast wie tot. Das Dorian Gray und das Omen sind zu. Ist Techno in Frankfurt am Ende?
Dag:
Frankfurt ist der Geburtsort von Techno und Trance, wie wir es heute in Deutschland kennen. In Detroit wurde zu jener Zeit ein Sound geboren, den wir Detroit House nannten. Front 242, Nitzer EBB, 16 Bit, Moskwa TV, das nannten wir Techno. Das Dorian Gray hat ein Riesenloch hinterlassen, das bis heute nicht geschlossen werden konnte, aber demnächst gibt es einige Club-Neueröffnungen, die die Stadt wieder beleben werden. Am Ende sind wir noch lange nicht.
tranceUNITED:
Was ist dein Lieblingsclub?
Dag:
Das U60311
tranceUNITED:
Das INdax in Frankfurt ist einer der wenigen Plätze, wo man noch Trance hören kann. Kennst du das INdax?
Dag:
Was im INdex läuft, würde ich nicht unbedingt als "Trance" bezeichnen.
tranceUNITED:
Was sind deine schönsten Erinnerungen an das Dorian Gray? Welches war das Erlebnis überhaupt für Dich?
Dag:
Ich habe über 20 Jahre tolle Erinnerungen ans Dorian Gray. Als DJ oder als Gast, das war eine einmalige Sache. "I will fight no more forever", diese Platte war zugeschnitten für den großen Club. Ich habe dieses Lied bestimmt ein Jahr lang gespielt und jedes Mal hat es mir eine Gänsehaut eingejagt. Das größte Erlebnis war mein 40. Geburtstag (2000), da war es noch einmal wie früher.
tranceUNITED:
Torsten Fenslau war ja dein Kollege im Dorian Gray. Was sind deine schönsten Erinnerungen an ihn?
Dag:
Auch wie bei der vorigen Frage kann ich nur sagen, dass ich 5 schöne Jahre mit dem Torsten gehabt habe. Es gab auch Schwierigkeiten, aber die schönen Seiten überwiegen ganz klar.
tranceUNITED:
Denkst du, dass der U-Club so kultig werden könnte wie damals das Gray oder das Omen?
Dag:
Nein
tranceUNITED:
Welche DJs/Produzenten respektierst du am meisten?
Dag:
Ich respektiere alle DJs und Produzenten, die ehrliche Musik machen. Ich kann keine DJs respektieren, die sich an Majors, Viva oder Vox verkaufen. Ich möchte jetzt keine Namen nennen, denn schon morgen kann ich sie vielleicht im Fernseher sehen, wie sie zu ihrem Playback so tun, als würden sie auflegen oder Keybord spielen. Dazu 2 Tänzerinnen. Dann noch ein Video auf Ibiza gedreht. Mann, da wird mir schlecht. Aber es gibt auch Ausnahmen, wie z.B. West Bam bei der Grand Prix Ausscheidung, das fand ich super. Vor West Bam und seinem Schaffen habe ich Respekt. Jetzt habe ich doch einen Namen genannt, na egal.
tranceUNITED:
Welchen DJs/Produzenten traust du für die Zukunft Großes zu?
Dag:
Im Moment sehe ich niemanden am weiten Horizont. Man kann das Rad aber auch nicht mehr neu erfinden.
tranceUNITED:
Du bist ja sehr engagiert für die Sioux-Indianer und hast schon seit Jahren Benefizveranstaltungen gemacht, bei dem das Geld für sie gespendet worden ist. Woher kam deine Liebe zu ihnen?
Dag:
Ich war schon als Kind der totale Amerika Freak. Vor allem die Geschichten von Cowboys und Soldaten haben mich interessiert. Bis meine Mutter irgendwann zu mir sagte: "Die Indianer sind eigentlich die coolen und die Soldaten die uncoolen." Ich habe erst mal nicht darauf gehört. Bis Anfang der 70'er Filme wie "Das Wiegenlied vom Todschlag (Soldier blue)", "Little big man" oder "Ein Mann, den sie Pferd nannten" herauskamen, da wusste ich, dass meine Mutter Recht hatte. Ab da habe ich mich für Indianer interessiert und das ist bis heute so geblieben.
tranceUNITED:
In welchem Land legst du neben Deutschland am liebsten auf?
Dag:
In jedem Land gibt es super Clubs mit tollen Leuten. Wenn sie mir vertrauen, gibt es keinen Ort, an dem ich in diesem Moment lieber sein möchte.
tranceUNITED:
Lebt das Projekt „Crazy Malamute“ noch?
Dag:
Nur wenn irgendwo eine Crazy Malamute Platte aufgelegt wird, dann lebt es auf.
tranceUNITED:
Wie ist denn so dein Verhältnis zu der großen Frankfurter Posse?
Dag:
Die große Frankfurter DJ Posse gibt es nicht mehr. Jeder kocht sein eigenes Süppchen. Die Zeiten, in denen man zusammen gefeiert hat, gibt es nicht mehr.
tranceUNITED:
Wie siehst du die Zukunft der Technomusik?
Dag:
Mittlerweile ist ja Techno/House Mainstream geworden. Die Masse hört jetzt Hip Hop & R'N'B. Es geht wieder in kleine Clubs. Aber die Musik wird weiterleben und sich entwickeln.
tranceUNITED:
Die Technoszene leidet sehr. Labels gehen Konkurs und Clubs schließen. Was ist da los? Was muss gemacht werden, dass alles wieder gesund wird?
Dag:
Es schrumpft sich im Moment alles gesund. Es ist auch alles teurer geworden. Wir müssen mal alle von unserem finanziellen Höhenflug runterkommen und uns auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich auf die Party und die Musik. Auch die Clubs müssen von ihren hohen Eintrittspreisen runter.
tranceUNITED:
Du produzierst ja jetzt unter Mato Music. Wie würdest du den Sound da bezeichnen?
Dag:
Vielleicht Trance Dance? I don't know… Aber Mato Music gibt es, nachdem ich sehr viel Pech damit hatte, im Moment leider nicht mehr.
tranceUNITED:
Du hast ja deinen Sound ein wenig verändert und hast auch Techno-/Houseeinflüsse in deinen Sets. Warum?
Dag:
Ich konnte so um 1997 meinen Sound nicht mehr hören. Dieses Happy Zeug, das die Leute von mir hören wollten, war nicht mehr mein Sound. Schon gegen Ende der Omenzeit hatte ich eine andere Vorstellung von Trancesound. Er sollte monoton, ohne lange Breaks mit mehr Tribal Einflüssen sein. Auch gute Vocals vermisste ich. Diesen Sound habe ich gesucht. Erst jetzt kann ich ein 8 Stunden Set mit diesen Platten füllen.
tranceUNITED:
Wie sieht deine Zukunft aus?
Dag:
Wer weiß schon, wie seine Zukunft aussieht?
tranceUNITED:
Wie hat dir damals San Francisco gefallen?
Dag:
Ich bin ein totaler San Francisco Fan. Schon 1998, als ich das erste Mal dort war, hat "The City" mich fasziniert. Für mich die schönste Stadt der Welt.
tranceUNITED:
Kurz zum Technischen: Was bevorzugst du: Soft- oder Hardware?
Dag:
Eine gute Mischung von beidem.
tranceUNITED:
Was hältst du von MP3s?
Dag:
Mit den CD Preisen werden sich die Plattenfirmen ihr eigenes Grab schaufeln und MP3s immer stärker machen. Ich bin ein großer CD Fan und es ist schade, dass dieses Medium bald aussterben wird. Durch Computer als Medium ist die Musik kälter geworden. Das was heute in den Geschäften steht sind meist billig produzierte Alben, für die die Leute viel Geld ausgeben müssen und keine Qualität erhalten. Kein Wunder, dass so viel herunter geladen wird.
tranceUNITED:
Wer ist deiner Meinung nach der beste DJ der Welt?
Dag:
Ich weiß es nicht, sag Du es mir.
tranceUNITED:
Was für Hobbys hast du?
Dag:
Da gibt es deren viele. Außer Musik: Harleys, alte amerikanische Autos, Lesen, zur Eintracht fahren, T-Shirts sammeln, Sex, Kino, germanische, keltische und indianische Geschichte, Tatoos, die 60'er und vor allem meine Tochter Suna.
tranceUNITED:
Wenn du auf deine Karriere zurück blickst, auf welchen Schluss kommst du. Hättest du was anders gemacht?
Dag:
Bis auf ein paar Kleinigkeiten hätte ich alles genauso gemacht.
tranceUNITED:
Danke Dag!!!! |
Was haltet ihr von diesem interview bzw. seinen worten?? |
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| MirkoS |
Dag ist coool!!!
Ich durfte Ihn mal im Voila hören.
Sehr gute Musik. Allerdings wurde dies leider nicht mit genug Besuchern gewürdigt....:(
War aber ein netter Abend!!!;) |
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| Stiffmaster |
| was hat santana und co. mit trance zu tun? was hat dj dag heutzutage im trancebereich zu sagen? er bekommt weder gute bookings noch bringt er gute singles raus? |
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| MirkoS |
Er war mit einer der ersten Pioniere!!!
Eine Legende sozusagen.
Er hat schon solche Musik gemacht/aufgelegt da gab es
noch keine Leute wie ein AvB z.B.
Klar, er ist heute nicht mehr sso gefragt wie andere DJ´s.
Liegt aber wohl daran das er sich nicht mehr "so wie andere" verkaufen möchte....;) |
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| Sand Leaper |
| quote: | Originally posted by Stiffmaster
was hat santana und co. mit trance zu tun?
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Tja, da hat man einfach eine ganz andere meinung über was Trance eigentlich ist. Zum vergleich sagen bestimmt viele Leute das Rank 1 - Airwave oder Envio - Touched By The Sun gar nichts mit Trance zu tun hat.
| quote: |
was hat dj dag heutzutage im trancebereich zu sagen?
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Ich finde dass er mit seine Karriere genug Erfahrung gekriegt hat um sich um das Trancebereich zu äussern.
| quote: |
er bekommt weder gute bookings noch bringt er gute singles raus? |
Hm. Wrecking Crew - Heaven's In The Backseat Of My Cadillac kam ja in April raus. Leztes jahr hat er auch ne single mit Torsten Stenzel veröffentlicht. Dag spielt bald auf der Nature + in Ibiza und zahlreiche andere stellen in ganz Deutschland. Ist das nicht gut genug? |
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